Rückstausicherung

 

Rückstauebene – Definition & Erläuterung

 

Rückstau

„Zurückdrücken von Abwasser aus dem Kanal in die angeschlossenen Leitungen nach dem Prinzip der kommunizierenden Gefäße“

Ist aufgrund der örtlichen Gegebenheiten (z.B. Hanglage, Längsgefälle etc.) die maßgebliche Rückstauebene nicht sofort erkennbar, so ist diese durch die Behörde oder den Planer festzustellen. Es ist für alle Beteiligten sinnvoll, wenn der Kanalisationsbetreiber dem abzuschließenden Bürger die jeweilige Rückstauhöhe für den betroffenen Anschluss schriftlich bekannt gibt.

In den Normen wird die Rückstauebene auf die örtlich möglichen Höhe der Energielinie des Kanalsystems oder Vorfluters bezogen.

Nach Norm ist die für die zu entwässernden Grundstücke und Objekte maßgebliche Rückstauebene von der zuständigen Behörde bzw. vom Planer festzulegen.

Rückstauebene

Schnitt Rückstauebene 

 

Gründe für Rückstau

Kommt es zu einem Rückstau im öffentlichen Kanal, so füllen sich die Entwässerungsanlagen von Gebäuden nach dem Prinzip der kommunizierenden Röhren, bis zur Höhe der vor Ort möglichen Energielinie. Befinden sich unterhalb dieser Rückstauebene Stellen, die ein ungehindertes Ausströmen des Abwassers ermöglichen, kommt es zur Überflutung.

 

Weitere Gründe für Rückstau können sein:

• Überlastung durch unplanmäßige Einleitung

• Querschnittsverengung

• Verstopfung

• Betriebsausfälle in Pumpwerken

• Rückstau aus dem Vorfluter

 

Mögliche Rückstaufolgen können sein:

• Ablagerung von Schlamm- und Fäkalien

• Durchfeuchtung der Bausubstanz

• Schimmelbefall und Geruchsentwicklung

• Schäden an Sachgütern

 Rückstau in Gebäuden

 

Zur Rückstausicherung gibt es grundsätzlich 2 Möglichkeiten:

• Abwasserhebeanlagen mit Rückstauschleife

• Rückstauverschlüsse (für Anwendung gelten besondere Voraussetzungen)

In der Praxis wird Privatpersonen geraten, den Rückstauverschluss einmal monatlich in Augenschein zu nehmen und den Notverschluss zu betätigen, damit die reibungslose Funktionsfähigkeit im Bedarfsfall gewährleistet ist. (GHB, 2010) Gelebt wird diese Empfehlung jedoch von den Bürgern meistens nicht.

Hebeanlage (Aktive Sicherung)

Hebeanlagen pumpen Abwasser mit Hilfe von Fremdenergie in den Kanal. Dabei wird das Abwasser über eine Rückstauschleife geführt, deren Sohle sich über der Rückstauebene befinden muss. Im Gegensatz zu einer passiven Rückstausicherung ist somit eine weit höhere Sicherheit gegeben. Auch im Falle eines Schades an der Anlage führt dieser im Rückstaufall nicht gleich zu einer Überflutung, sondern kann im Vorfeld bemerkt werden, weil nicht mehr gepumpt und gebäudeeigenes Abwasser durch den internen Sammelbehälter gepuffert wird.

 

Ergänzende Bauliche Lösungen

Bei der Planung ist der Stand der Technik zu beachten. Dadurch wird ein hohes Maß an Sicherheit gewährleistet.

Kommt es doch zu einem Schaden im Keller, so hat es sich zudem bewährt, auch Waschmaschinen, Kühltruhen und Heizanlagen auf einen Betonsockel zu stellen

 

Ausblick

Die Tendenz zur Flächenversiegelung ist ungebrochen, trotz aller Bemühungen zur naturnahen Regenwasserbewirtschaftung. Zudem wird vermehrt die Nutzung von bestehenden Rückhaltevermögen der Kanalsysteme zur gezielten Abflusssteuerung angedacht. Rückstauschutz ist ein wichtiges Thema und wird in Zukunft noch weiter an Bedeutung gewinnen.